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Foto: Horst Wehnert
1365 erstmalig urkundlich erwähnt. Geburtshaus des Heimatforschers und Heimatdichters Jakob Litsch, geb. 27.Mai 1887; gest. 22. September 1980 Als das Anwesen Stöcken 1365 in einer Urkunde der Ritter von Ulenbroich und Lüttelnau, deren Burg in Kettwig an der Ruhr stand, zum ersten Mal erwähnt wurde, waren in unserer Heimat die Erzbischöfe von Köln die Grundherren und die Grafen von Berg die Landesherren. Im fernen Prag war gerade Kaiser Karl IV. gekrönt worden. Die Urkunde besagt, daß das Gut Stöcken den Zehnten und ein Huhn an die Ritter abzuführen hatte. 1427 vermachten der Ritter aus Kettwig diese Abgaben an das Kloster in Gräfrath. Dort wurde dann zum Andenken und für`s Seelenheil des Ritters von Ulenbroich und seine Frau Grete von Lüttelnau alljährlich eine Messe gelesen. Erst Napoleon schaffte diese Hofsteuer 1806 in einem Dekret ab. Bei den kürzlich im Hause erfolgte Renovierungs- und Umbaurbeiten wurden anhand von Handwerkszeichen und Jahresringen im Balkenwerk festgestellt, daß der älteste Teil des Gebäudes bereits im 14. Jahrhundert gestanden hat. Um 1400 lebten hier die Eheleute Lübbert und Winkin, die sich den Beinamen " auf den Stöcken" zugelegt hatten. Die Inschrift auf einem Grabstein, der ebenfalls bei den Umbauarbeiten gefunden wurde, zeigt an, daß der Gerhard auf den Stöcken bis 1621 hier gelebt hat. 1791 taucht zum erstem Mal in einer Urkunde vom 29.12. der Name " Stöcker " auf dem Hof Stöcken auf. Der Johannes Peter Stöcker überschreibt hier seinen Söhnen Johannes Wilhelm Stöcker und Johannes Stöcker je die Hälfte des Gutes. Aus dieser Urkunde geht hervor, wie umfangreich das Gut Stöcken war. Um die Grenze etwa zu beschreiben, müssen wir die heutigen Ortsbezeichnungen zu Rate ziehen. So war die Grenze im Osten etwa beim Windhövel. Im Norden begrenzte das Sand- bachtal und im Süden die alte Kölner Straße die Felder und Wiesen. Etwa am Schienbusch verlief die Grenze im Westen. Außerdem gehörte ein Torfbruch am Spörklenbruch und Heuwiesen in Schönholz zum Gut. In der Zeit der Teilung kam die herrliche Truhe mit der eingeschnitzten Jahreszahl 1783 auf den Hof. Sie beinhaltete die Mitgift der Sybilla Catharina Zimmermann vom Kamhausen, die die Ehe mit Johannes Stöcker einging. Die Nachbesitzer der beiden Hofhälften waren nacheinander durch Kauf oder Einheirat die Familie Korbmacher und die Familie Kirschbaum. Karoline Kirschbaum heiratete dann den am 25.12.1803 geborenen Jakob Litsch, der auf dem Simonshofe aufgewachsen war. Die beiden übernahmen nach der Eheschließung die Bewirt- schaftung der von ihnen ererbten Hofhälften. Als Nebenerwerb verdiente sich Jakob als Handwerker dazu, bis sein Augenlicht so schlecht wurde, daß er die Weberei aufgeben mußte. 1856 wurde er Briefträger für das ganze Haaner Gebiet. Er mußte die Post am Bahnhof Haan ( jetzt Bahnhof Gruiten ) abholen und auf fast 100 Gehöfte in Haan verteilen. Jakob Litsch und Karoline Kirschbaum hatten fünf Kinder: vier Mädchen und einen Jungen. Dieser Junge, auch Jakob mit Vorname, wird der Vater unseres Heimatdichters und Forschers Jakob Litsch, der am 27. März 1887 geboren wird. Im Gegensatz zu seinem Vater, der 1882 für fünf Jahre nach Amerika auswanderte, blieb unser Jakob Litsch ständig in den Stöcken wohnen. Schon als Kind schwärmte er vom Heidekönig, der in der Gegend um den Jaberg begraben sein sollte, und früh machte er sich auf die Suche nach Gegenständen, die diese Grabstätte belegen könnten Als Fabrikant Backhaus dann endlich das Grab öffnete, wich er bei den Ausgrabungen nicht von der Stelle. Die Leidenschaft, Altertümer zu suchen und zusammenzutragen, hat ihn sein ganzes Leben lang begleitet. Seine Stellung als Fabrikant der Firma Litsch und Stuffmann auf der Böttiger Straße ließ im Zeit, seine frühgeschichtlichen Sammlungen mehr und mehr zu vervollständigen. So war es ihm möglich, einen großen Beitrag zum Haaner Heimatmuseum hinzuzufügen, das im Fachwerkhaus am alten Kirchplatz untergebracht war. Später hat er einen großen Teil dieser Stücke bei sich im Haus Stöcken untergebracht. Sein Wunsch war es, das ganze Haus zum Heimatmuseum zu machen. Leider hat sich dieser Wunsch nur zum Teil realisieren lassen. Ein wesentlicher Teil der Jakob Litsch-Sammlung ist heute in eigenen Räumen dieses Hauses untergebracht. Am 11.Juni 1994 wurde diese Sammlung mit einem kleinen Festakt eröffnet. Dem Wunsche Jakob Litsch entsprechend sind die in einem langen Leben zusammengetragenen Gegenstände der Öffentlichkeit zugänglich. Text: Gerhard Backhaus Öffnungzeiten: Nach telefonischer Absprache unter der Rufnr. 0173/ 5300763/ A. Backhaus Der Eintritt ist frei. nach oben |
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Letzte Änderung 14.05.2009
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